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Umstrittene Pillen – Bayer zahlt, Frauengesundheitszentrum warnt

Der Pharmakonzern Bayer zahlt 107 Millionen Euro an Frauen in den USA, die nach der Einnahme der Anti-Baby-Pille Yasmin venöse Blutgerinnsel erlitten haben. Nach diesem Vergleich sind noch über 10.000 weitere Klagen offen. Das Grazer Frauengesundheitszentrum rät Frauen, keine Pillen mit bestimmten Typen des Hormons Gestagen einzunehmen, nämlich Drospirenon, Gestoden, Desogestrel oder Cytoproteronacetat. ÄrztInnen sollten Pillen mit diesen Wirkstoffen nicht mehr verschreiben.

„Frauen, die mit einer Anti-Baby-Pille verhüten möchten, sollte jenen Typ verwenden, der am seltensten Venenthrombosen verursacht. Das sind Präparate mit dem Gestagen Levonorgestrel und mit geringen Östrogenmengen von 20 μg bis 30 μg Ethinylestradiol pro Tablette“, erklärt Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Grazer Frauengesundheitszentrums.

Das Frauengesundheitszentrum bietet Beratung zur Pille und auch zu hormonfreien Verhütungsmethoden. „Letztere sind besonders für Raucherinnen zu empfehlen, da ihr Thromboserisiko höher ist. Risikofreie Verhütung ist mit den Barrieremethoden möglich, etwa mit Kondom oder Diaphragma“, so Groth. Informationen finden Frauen und Mädchen auch auf www.fgz.co.at und unter 0316/83 79 98.

Erhöhtes Risiko durch Pillen mit Drospirenon, Gestoden, Desogestrel oder Cytoproteronacetat
Pillen der 3. Generation werden sie häufig genannt. Verschrieben werden sie nicht nur als Verhütungsmittel, sondern auch gegen Hautunreinheiten. Doch die Kritik an dem Einsatz der Gestagene Drospirenon, Gestoden, Desogestrel oder Cytoproteronacetat wird immer lauter. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatten Beratergremien der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) sich dafür ausgesprochen, dass die Information über drospirenonhaltige Verhütungspillen wie Yasmin und Yaz um die unerwünschten Wirkungen ergänzt werden sollte. Bayer hatte daraufhin den Beipackzettel verändert. Weitere Veränderungen sind angekündigt.

Wie gefährlich ist die Pille?
Insgesamt treten bei der Einnahme von Pillen selten Thrombosen auf. Je nach Pillentyp ist das Risiko aber sehr unterschiedlich. Generell ist das Risiko für Frauen in den ersten drei Monaten der Einnahme am höchsten.

Von Frauen, die keine Pille, einnehmen, erleidet im Durchschnitt eine von 20.000 eine Venenthrombose. Nehmen Frauen eine Pille mit Ă–strogen und dem Gestagen Levonorgestrel, so haben 4 von 20.000 eine Venenthrombose. Nehmen Frauen eine Pille mit Ă–strogenen und den Gestagenen Drospirenon, Gestoden, Desogestrel oder Cytoproteronacetat, so haben 7 bis 8 Frauen von 20.000 eine Venenthrombose (Siehe auch Grafik: http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2009/nr.-6-nov.dez.-2009/gefaehrliche-venenthrombose-nicht-die-sicherste-pille.php).

Pressekontakt
Dr.in Felice Gallé
0316/83 79 98
felice.galle@fgz.co.at

Rita Obergeschwandner, 02.05.2012