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Gewalt gegen Frauen: Pflegefachkräfte sind wichtige AnsprechpartnerInnen

Presseinformation anläßlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, Graz, Freitag, 21. November 2014

Gewalt an Frauen: Pflegefachkräfte sind wichtige AnsprechpartnerInnen

22 von 100 Europäerinnen erleben Gewalt in der Beziehung durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner. Jede zehnte Frau hat seit ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Gewalt in irgendeiner Form erfahren. Jede zwanzigste Frau ist vergewaltigt worden. 27 von 100 Frauen haben eine Form des körperlichen Missbrauchs in der Kindheit erlebt, 12 von 100 Frauen sexuellen Missbrauch. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle, EU weite Erhebung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte. Grund genug für das Grazer Frauengesundheitszentrum und den Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband – Landesverband Steiermark am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf diesen Umstand aufmerksam zu machen und die Bedeutung der Pflege hervorzuheben.

PflegerInnen bieten Hilfe und UnterstĂĽtzung
Pflegefachkräfte sind oft mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Gewalt konfrontiert – sei es in der stationären Akut- und Langzeitversorgung oder in der häuslichen Pflege. Neben akuten Verletzungen und Traumata können Langzeitfolgen wie chronische Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, Ängste, Schlafprobleme oder Depressionen bei Frauen auftreten. „Es ist nicht immer leicht, Gewalt als Ursache dieser Beschwerden zu erkennen – besonders dann, wenn die Gewalterfahrungen schon lange zurückliegen“ meint Marianne Raiger, steirische Landesvorsitzende des österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV). Die professionelle Einschätzung der Pflegefachfrauen und -fachmänner trägt dazu bei, Verhalten von Patientinnen  besser zu verstehen, den Betroffenen frühzeitig Hilfe anzubieten und Gewalt gegen Pflegende zu verringern.

Schulungen geben das nötige Handwerkszeug
Das Frauengesundheitszentrum schult Hebammen, Pflegefachkräfte und ÄrztInnen darin, Gewalt als Ursache von Gesundheitsproblemen zu erkennen, sowie Betroffene zu unterstützen und weiterzuverweisen. „Gewalterfahrungen in der Anamnese zu erheben oder bei Hinweisen direkt nachzufragen, kann anfangs eine Überwindung sein“ berichtet Christine Hirtl, Frauengesundheitszentrum, aus den Schulungen, „doch mit dem nötigen Wissen fällt es immer leichter“. Die EU Studie zeigte, dass 87 von 100 Frauen die routinemäßige Frage nach Gewalterfahrungen in der Anamnese akzeptabel finden.

Wichtig für von Gewalt betroffene Frauen sind aufmerksame und im Umgang mit Betroffenen von Gewalt geschulte Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen. Sie können Informationen über Hilfseinrichtungen, wie etwa Frauenhäuser oder Gewaltschutzzentren geben, sowie auf die kostenlose Frauenhelpline 0800 / 222 55 hinweisen. Fachfrauen bieten hier rund um die Uhr Information und Beratung bei akuten Krisensituationen. Auch das Frauengesundheitszentrum bietet Information, Schulungen, Psychotherapie, Beratung und qualifizierten Weiterverweis. Das Problem: Bisher sind nur wenigen Frauen und Pflegefachkräften diese Unterstützungsangebote bekannt.

Medienkontakt
Dr.in Felice Gallé, 0316/83 79 98, felice.galle@fgz.co.at

Link
Erhebung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte
http://fra.europa.eu/de/publication/2014/gewalt-frauen-erhebung-ergebnisse-auf-einen-blick

Eine gemeinsame Presseinformation von dem Frauengesundheitszentrum, Graz, und dem österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband

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