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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Hallo ich möchte meine Erfahrungen mit Mirena miteilen und bin mit einer anonymen Veröffentlichung einverstanden.

Ich habe mir die Mirena 2 Monate nach der Geburt unseres 2. Kindes einsetzen lassen. Für uns schien es die perfekte Verhütung zu sein und mein Frauenarzt hat auch von den vielen Vorteilen berichtet und mir die Nebenwirkungen verschwiegen. Mittlerweile weiß ich, dass es einen zweiseitigen Fragebogen gibt, den der Arzt vorm Einlegen durchgehen sollte. Auch einen Beipackzettel habe ich leider nicht bekommen.

Das Einlegen im Dezember 2010 war sehr schmerzhaft nach ein paar Stunden bekam ich Schmierblutungen. Diese Blutungen waren mal stärker und mal schwächer, aber täglich da, für 13 Monate. In dieser Zeit war ich mehrmals beim Arzt. Er konnte sich die Blutungen nicht erklären und verschrieb mir Gelbkörperhormone, die leider auch nicht halfen. Mein Frauenarzt wusste in der ganzen Zeit, dass ich meine Tochter noch stille. Heute weiß ich, dass im Beipackzettel steht, dass dies in der Stillzeit möglich ist. Erst als sich meine Tochter abgestillt hatte wurde aus den Dauerblutungen ein Zyklus mit gelegentlichen Schmierblutungen, aber alles ganz leichte Blutungen.

In der Zwischenzeit ging es mir psychisch immer schlechter, was ich auf die damalige Situation schob (2 Kleinkinder, Hausbau und bei den Eltern gewohnt). Nachdem die Suizidgedanken immer mehr wurden, begab ich mich im Mai 2011 in psychotherapeutische Behandlung.

Kurz darauf habe ich zum ersten mal einen Erfahrungsbericht im Internet gelesen, wo von einem Zusammenhang von Mirena und Depressionen geschrieben wurde. Da ich mit meinem Therapeuten nicht zufrieden war, habe ich meine Hausärztin darauf angesprochen. Sie meinte sie wüsste schon von Frauen denen es nach dem Ziehen der Mirena besser ginge, aber sie glaubte auch bei mir läge es an der Situation und ich hätte ansonsten keine sichere Verhütung mehr und riet mir vom Ziehen der Mirena ab.

Mein Frauenarzt meinte es bestünde kein Zusammenhang mit Mirena und Depressionen und meinte ein paar Kilo weniger würden meiner Psyche auch gut tun.

Zufällig stieß ich im Mai 2013 auf weitere Erfahrungsbericht über Mirena im Internet bzw. Auf den Beipackzettel. Ich stelle fest, dass ich noch unter vielen weiteren Nebenwirkungen leide.

Ich sprach mit meiner derzeitigen Therapeuten darüber, machte mir bei einer neuen Frauenärztin einen Termin und ließ die Mirena ziehen. Jetzt 3 Wochen nach dem Ziehen ärgere ich mich nur noch, dass ich die Mirena so lange hatte.

Ich bin endlich wieder positiv gestimmt und auch mein Umfeld hat schon bemerkt, dass ich deutlich besser gelaunt bin. Auch die anderen Nebenwirkungen sind verschwunden bzw haben sich gebessert:

Häufiges Ziehen im Becken – weg

Ständiges Spannen in der Brust -weg

Libido – kehrt wieder zurück (war völlig weg)

Schweißausbrüche -weg

Probleme mit der Nasenatmung – weg

Blähbauch – weg

Häufige Kopfschmerzen – weg

Nach dem Ziehen hatte ich eine Woche heftigste Blutungen, da musste mal einiges raus.

Mirena mag für viele Frauen eine tolle Verhütung sein, ich ärgere mich, dass mir die (eventuellen) Nebenwirkungen verschwiegen wurden, und mein Frauenarzt einen Zusammenhang auch noch bestritten hat.

Ich weiß nun, dass keine künstlichen Hormone mehr meinen Körper kommen !

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, Juli 2013

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