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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Implanon

Hallo,

leider gehöre ich auch zu den Leidensgenossinnen der Implanon Trägerinnen. Ich (26, eine Tochter) habe mir Implanon im Dez. 2003 legen lassen. Zuvor muss ich jedoch sagen, dass ich vorher die Pille (Leios) genommen habe und mit dieser super zufrieden war. Nach der Geburt meiner Tochter, empfahl meine Frauenärztin (bei Implanon, da könne sie mir einen guten Preis machen) die Verhütungsmethode zu wechseln. Ohne über viele andere Produkte zu berichten empfahl sie mir Implanon und warb die Vorteile großzügig an.

So nach und nach merkte ich die ersten Veränderungen an mir. Positiv war, dass meine Blutungen völlig aus blieben. Dafür gingen mir die Haare aus (mein Mann scherzte schon, wir könnten bald Partnerlook machen) was für mich wirklich erschreckend war. Meine Brüste spannten an machen Tagen fürchterlich und meine sonst so reine und gepflegte Haut sah aus, als würde ich in die Pupertät kommen. Meine Waage wurde zu meinem größten Feind! Obwohl ich mich sehr gesund ernähre und Sport treibe und habe ich bis heute ca. 15kg zugenommen. Außerdem neigte ich zu Übellaunigkeit (warscheinlich auch wegen der Waage) sonst bin ich eigentlich ein fröhlicher und ausgeglichener Mensch.

Nachdem ich, wegen eines Wohnungswechsels, den Arzt gewechselt habe, machte erst er mich darauf aufmerksam, dass die Nebenwirkungen auf Implanon zurück zuführen sind und empfahl mir dringend über eine Entfernung des Implanons nachzudenken, was ich nächste Woche Do auch tun werde. Mein neuer Arzt war völlig schockiert darüber, dass man so jungen Frauen (damals war ich 23) Implanon empfehlen würde, das sein ja fast unseriös)

Im übrigen wurde im Labor festgestellt, dass ich sehr viel Wasser eingelagert habe und daher auch die rapide Gewichtszunahme komme.

Es geht mir hier nicht darum, Implanon schlecht zu machen, sondern vielmehr darum, die ÄrzteInnen auf ihre Aufklärungspflicht hinzuweisen. Die meisten Nebenwirkungen werden gar nicht genannt und die Beratung beim Arzt ist eher schlecht und unzureichend. Wenn keine Erfahrungen im Umgang mit bestimmten Präparaten bestehen finde ich das zwar nicht schön, aber nicht verwerflich. Sich dann jedoch hinzusetzen und das Mittel zu empfehlen finde ich ehrlich gesagt eine Frechheit.

Liebe ÄrzteInnen ihr seit verpflichtet uns nach bestem Wissen und Gewissen zu beraten, und dazu gehört auch zu sagen, wenn man sich nicht auskennt!!! Ich möchte selbst entscheiden, welchem gesundheitlichen Risiken ich mich aussetze und dass kann ich nur, wenn ich gut beraten werde und über Risiken aufgeklärt werde. Da gebe ich der Verfasserin des 6. Erfahrungsbericht wirklich recht: wenn ich schon Versuchskanninchen bin, dann will auch gefragt werden.

Nicht zu vergessen, der erhebliche Kostenfaktor. Ich habe 300,- Euro für Implanon bezahlt, die Entfernung kostet mich nur nichts, weil mein Onkel Chirug ist und mir das Stäbchen entfernt. Jetzt muss ich mir erstmal Gedanken machen, wie ich jetzt Verhüten will. (Wie habt Ihr nach Implanon verhütet? Was ist empfehlenswert? Bin für Anregungen sehr dankbar.) Ich werde mich auch an den Hersteller wenden (Fa. Nourypharma, Implanon) wenden, sei es nur um eine bessere Aufklärung zu erreichen.

Meine Frauenärztin (die nicht mal daran dachte, die Nebenwirkungen auf das Implanon zurück zuführen, sondern meinte, dass sei völlig normal und was ich denn für Ansprüche hätte……..) werde ich nach Rücksprache mit der Ärztekammer, auf Schadensersatz verklagen und mich bei der Ärztekammer über solche dubiose Methoden beschweren! Wer hat von Euch ähnliches gemacht?

Ich wünsche mir, dass es mir nach Entfernen des Stäbchen wieder besser geht und ich meine Gewicht wieder los werde. Ich wünsche mir aber auch, dass sich ÄrzteInnen mehr Zeit für die Belange ihrer Patientinnen nehmen und die Signale der Frauen auch ernst nehmen und im Vorfeld eine bessere Beratung uns Aufklärung.

Ich wünsche euch allen alles Gute für die Zukunft und ganz viel Gesundheit.

Danke (auch für die tolle Plattform die Sie zu Verfügung stellen) und herzliche Grüsse

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, Februar 2005

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