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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Implanon

Im Maerz 2005 wurde mir das Implanon von meinem Frauenarzt gelegt. Ich konnte nicht mehr mit der Pille verhueten, da ich unter extremen Blutdruckschwankungen litt, welche zu Schwindelanfaellen fuehrten. Nach einer Pillenpause von einem Jahr normalisierte sich der Blutdruck wieder. Da ich eine Abneigung gegen die Spirale habe, fragte ich meinen Arzt nach dem Implanon, da ja die Pille fuer mich aus oben genannten Gruenden nicht mehr in Frage kam. Zusaetzlich belastend war es, dass ich unter einer Schilddruesenunterfunktion leide, welche nun mittels Tabletten behandelt wird.

Mein Arzt meinte, es gaebe keinerlei Bedenken, mir dieses Implantat zu legen, und und wir vereinbarten einen Termin. Ich muss allerdings vorausschicken, dass ich schon Bedenken hatte und diese auch gegenueber dem Arzt geaeussert hatte, aufgrund seiner positiven Aeusserungen habe ich mich schlussendlich doch fuer diese Methode entschieden. Nun gut, ich bin 1,80m gross und hatte zu diesem Zeitpunkt 62kg. Das Legen des Implanons war extrem schmerzhaft, eigentlich war es die oertliche Betaeubung, die mir sehr weh tat, das Legen des Implanons war auch nicht sehr angenehm. Kurz danach verspuerte ich ein Kribbeln im linken Arm, von der Stelle ausgehend, wo das Implanon lag. Nach dem Abnehmen des Druckverbandes hatte ich im Bereich des Implanons ein Haematom, welches schwarz/violett schimmerte, sowie ziehende Schmerzen. Das Haematom bildete sich nach einigen Wochen zurueck, die Schmerzen blieben, waren manchmal staerker und manchmal schwaecher. Hinzu kam, dass das Kribbeln sich verstaerkte und ein leichtes Taubheitsgefuehl setzte ein. Die Durchblutung des Armes war nach dem legen des Implanons gestoert, der Arm war kalt und taub.

Nach ca. einem Monat normalisierte sich dieser Zustand wieder, das Taubheitsgefuehl blieb, zudem war die Einstichstelle nach wie vor geroetet und stark beruehrungsempfindlich, was sich bis zur Entfernung des Implanons nicht aenderte. Das Taubheitsgefuehl verstaerkte sich immer mehr, sodass ein normales Bewegen und Belasten des linkes Armes nicht mehr moeglich war, dazu gehoerte auch das Tippen am Computer, das Greifen mit der linken Hand.

Das Implanon liess sich leicht bewegen, jedoch war jede Beruehrung sehr unangenehm. Da ich mir langsam Sorgen machte, dass die Nerven sich aufgrund dieser Dauerreizung sich nicht mehr beruehigen wuerden (stromschlagartige Schmerzen bei Beruehrung des Implanons, sowie ein Kaelte- und Taubheitsgefuehl) sprach ich dieses Problem bei meiner Hausaerztin an, diese meinte, dass das Implanon falsch laege und daher genau auf einen wichtigen Nerv druecke (ausserdem eine zu geringe Fettschichte, welche wichtig fuer die Einbettung des Implanons waere), und sie empfahl die sofortige Entfernung.

Mein Frauenarzt hingegen meinte, dass die Lage genau richtig sei, und dass er diese Art der Nebenwirkung noch nie gehoert hatte. Er entfernte mir das Implanon (welches nach drei Monaten schon voellig verkapselt war). Trotz der oertlichen Betaeubung verspuerte ich eine Besserung, das unangenehme Druckgefuehl liess sofort nach, das Taubheitsgefuehl ist nun fast vollstaendig verschwunden. Ich hatte ca. eine Woche mittelstarke Schmerzen.

Eine weitere Nebenwirkung war, dass ich ziemlich schnell ungefaehr 5 kg zugenommen habe, das meiste davon waren Wasserablagerungen, welche ich nach dem Entfernen des Implanons binnen einer Woche wieder verlor. Ausserdem setzten nach dem zweiten Monat unangenehme, lange andauernde Blutungen ein.

Fazit: Die Veraenderungen, die mein Koerper mit dem Implanon durchmachte, haben mir gezeigt, dass langfristige Hormondepots eine grosse Belastung fuer den Organismus sind. Ich habe mich von der Bequemlichkeit ueberzeugen lassen und leider erst zu spaet diese Seite im Internet entdeckt.

Es ist nur schade, dass ich neben den koerperlichen Belastungen auch die finanzielle Belastung (fast 400 Euro) selbst tragen muss!

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, Mai 2005

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