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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Implanon

Ich habe die Stellungnahme des Frauengesundheitszentrums Graz zum Thema IMPLANON gelesen und fand sie sehr interessant. Ich möchte Ihnen und anderen Frauen meine Erfahrungen mitteilen.

Durch das Verhütungsmittel „Implanon“ bekam ich sehr starke Akne, die sich über meinen ganzen Rücken, Hals und Dekolleté erstreckt, verbunden mit einem Juckreiz. Bevor ich mir Implanon einpflanzen ließ, hatte ich keine Akne. Nach drei Monaten in meinem Körper habe ich Anfang des Jahres das Implantat aus meinem Körper entfernen lassen.

Aber ein schnelles und einfaches Entfernen war nicht möglich.

Als ich Implanon zum ersten Mal entfernen wollte, teilte ich das meiner Frauenärztin mit. Sie meinte, ich solle noch abwarten und mich unter die Höhensonne legen. Nach weiteren vier bis sechs Wochen entschloss ich mich endgültig, es entfernen zu lassen. Der erste Entfernungstermin platzte, weil die Frauenärztin auf einen operativen Eingriff nicht vorbereitet war.

Der zweite Termin fand dann zwar statt, aber meine Frauenärztin fand das Implantat nicht mehr in meinen Oberarm. Das musste sie feststellen, nachdem sie zwei Schnitte an meinem Oberarm gemacht hatte. Sie operierte mich ohne Ultraschall oder Röntgenaufnahme. Das Tasten hat in meinem Fall nicht gereicht. Ich wurde dann sofort an einen Unfallchirurgen überwiesen, der nach einem Ultraschall noch einen dritten Schnitt machte. Auch dieser ohne Erfolg. Das Implantat wurde nicht gefunden und somit nicht entfernt. Ich nahm mit der Herstellerfirma Nourypharma in München Kontakt auf. Sie empfahlen mir das gleiche wie der Unfallchirurg: Ich sollte eine Magnetresonanz-Tomographie machen. Das habe ich getan und mich anschliessend im Krankenhaus operieren lassen (zwei Wochen später). Ich wurde am 5. Januar operiert, obwohl in der ersten Januarwoche eigentlich nur Notfälle vorgesehen waren. Sie haben mich früher operiert, weil ich völlig verängstigt war.

Meine sehr starke Akne läßt bis jetzt nicht nach. Mittlerweile nehme ich wieder eine Pille (Valette), die auch Akne entgegenwirken sollte. Ohne Erfolg. Die Herstellerfirma Nourypharma, mit der ich Kontakt aufgenommen habe, gab mir den Ratschlag, einen Hautarzt aufzusuchen, was ich auch machen werde. Aber ansonsten vertreten sie den Standpunkt, dass die Akne unabhängig von Implanon sei, obwohl ich vorher keine Akne hatte.

Ich bin mittlerweile ziemlich verzweifelt, weil sich die Akne über meinen ganzen Rücken, Hals und Dekolleté erstreckt, verbunden mit einem Juckreiz.
Sie haben Recht, ein schnelles und leichtes Entfernen war nicht möglich. Die Ärzte waren nicht interessiert mir zu helfen. Ich habe mich hilflos und allein gefühlt.
Jetzt, einige Wochen nach der Entfernung, ist meine Akne noch nicht besser, und noch immer fühle ich mich hilflos und allein gelassen.

Bericht einer betroffenen Frau an das Frauengesundheitszentrum, 2001

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