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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Implanon

Ich bin 31 Jahre alt und habe keine Kinder.

Ich habe mir im Januar dieses Jahres Implanon einsetzen lassen. Die Broschüre lag bei meinem Frauenarzt aus, und da ich bei der Pille unter Migräneanfällen leide, dachte ich, Implanon sei DIE Lösung. Klar, Nebenwirkungen gibt es auch, aber die werde ich bestimmt nicht bekommen…

Fakt ist, ich habe drei Monate überhaupt keine Regelblutung bekommen und 6 kg zugenommen. Damit konnte ich ganz gut leben. Meine Migräne war weg und ich fühlte mich rundherum wohl.

Im Mai ging das Drama dann los: Ich fing an zu bluten und erst nach 3 Wochen unter Einnahme eines Hormonpräparates hörte die Regel auf. Diese Spiel wiederholte sich nun im Rhythmus 3 Wochen Blutung, 2 Wochen ohne.
Erst dachte ich, gib Deinem Körper Zeit sich umzustellen, aber im September habe ich dann das Handtuch geworfen. Ich konnte einfach nicht mehr (obwohl ich sonst nicht so zart besaitet bin): ständig das Gefühl wie eine „Planschkuh“ aufgequollen zu sein, Stimmungsschwankungen von aggressiv zu depressiv- nein, ich wollte nicht mehr. Außerdem bekam ich auch noch eine leichte Akne.

Ich habe mir Implanon von einem Chirurgen entfernen lassen und das war eine sehr gute Wahl: die Pharmaindustrie verspricht schnelle und einfache Entfernung des Implantats. Das stimmt! Aber zuvor muss man dieses Ding auch erst einmal finden und das hat bei mir 1 1/2 Stunden gedauert. Der Arzt hat mir auch nicht den Arm „zerschnippelt“, sondern eine wirklich „hübsche“ Narbe von 1cm verpasst.

Die Schwierigkeit war, wie gesagt, das Stäbchen zu finden. In welcher Schicht liegt es, ist es stark eingewachsen usw. Es war nach dieser kurzen Zeit sehr stark eingewachsen und nun frage ich mich, wie ist das erst nach 3 Jahren???
Eines weiß ich 100%ig, nämlich, dass mein Frauenarzt damit überfordert gewesen wäre. Darum: Geht zum Chirurgen, in Deutschland müssten die Kosten eigentlich privat getragen werden, aber mein Chirurg hat es mit der Krankenkasse abgerechnet, indem er „Entfernung eines Fremdkörpers“ deklarierte…

Ich kann nur abraten von dieser neuen Verhütungsmethode und bin mir sicher, dass dieses Präparat wieder vom Markt genommen wird. Zumal die Statistiken hierzu stark geschönt wurden, indem nur Frauen aufgenommen wurden, die den Versuch die ganzen 3 Jahre durchgehalten haben…
Mein neuer Frauenarzt verschreibt Implanon erst gar nicht!

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, September 2001

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