Deutsch / English Summary
Text-only-Version
Schriftgröße + / -
Drucken

Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Sehr geehrte Damen!

Ich habe ein schlimmes Erlebnis mit der Mirena und die vielen Foren und Berichte haben mir geholfen, mein Problem frühzeitig zu erkennen und ich möchte meine Erfahrung gerne mit Betroffenen teilen. Ich bin mit der anonymisierten Veröffentlichung einverstanden.

Meine Daten:
Ich bin 24 Jahre alt, keine Kinder, Einlegedatum 27.07.2012, ziehen lassen am 08.03.13 (7 ½ Monate Tragezeit), davor 5 Jahre Nuvaring und keinerlei Probleme!

Ich ließ mir die Mirena einsetzen, da ich mein Studium begann und dachte, dass es praktisch wäre, während des Studiums nicht an Verhütung denken zu müssen, da mein Mann und ich erst nach dem Studium an Kinderplanung denken wollten. Außerdem haben zwei meiner Freundinnen die Mirena und keine Probleme damit. Das Einsetzen war ein Horror für mich! Es ging nicht gleich beim ersten Versuch (schon jetzt Schmerzen) und beim zweiten Versuch dachte ich, man würde mir mit einem Messer in meine Gebärmutter stechen. Sofort hatte ich Kreislaufprobleme und musste mich in der Praxis eine Stunde hinlegen.
Ich hatte dann für weitere fünf Wochen (erträgliche) Schmerzen und meine Haut wurde so unrein (Gesicht, Brust, Arme), dass ich zum Hautarzt musste. Dieser meinte, dass das ganz klassisch sei, aber
nicht wegen der HS, sondern weil ich in der Jugend keine Akne hatte. Ich zweifelte allerdings an diesem Zufall. Nach einer weiteren Woche fiel mir auf, dass meine Haare ständig fettig waren (Haare waschen
und zwei Stunden später fettige Haare). Das Problem habe ich mit einer Kerastase Kur wieder in den Griff bekommen und die unreine Haut wurde zwar ein wenig besser, aber trotzdem unansehnlich.

Innerhalb von drei Monaten habe ich sechs Kilo zugenommen und ich wollte die HS los werden. Mein FA meinte jedoch, dass ich sie nicht vor einem halben Jahr entfernen lassen sollte, da sich das ganze einspielen muss. Ich habe dem ganzen eine Chance gegeben, da die Gewichtszunahme bei sechs Kilo blieb und die Haare wieder ok waren. Allerdings fiel mir auch auf, dass meine ganze Körperbehaarung regelrecht wucherte und ich mit dem Rasieren nicht mehr nachkam.

Seit Jänner plagen mich Stimmungswechsel und negative Gedanken. Ich war eigentlich super Glücklich, habe im April 12 geheiratet und seit dem Sommer 12 einen neuen Job, der mich erfüllt. Ich dachte mir, dass es vl der Winter sei und ging ins Solarium und habe auf andere Wege versucht mich zu entspannen und zu meinem Glück zu finden. Ich wurde allerdings immer sensibler und hatte Angstgedanken, Verlustängste und fing bei Kleinigkeiten sofort zu weinen an.

Diese Woche war der Auslöser für meinen Entschluss. Ich hatte eine Panikattacke! Anfangs dachte ich, dass ich mir einen Magen-Darm-Virus eingefangen hatte, da ich Bauchschmerzen und Durchfall hatte. Doch mein Herz und Puls rasten regelrecht und ich war geplagt von innerer Unruhe und schlimmen Ängsten. Ich habe meinen Mann dann angeheult, dass ich Angst hätte, er würde mich verlassen und zweifelte an mir,
dass er nicht mehr mit mir zufrieden sei. Dafür gibt es keinen Grund, wie mir mein Mann auch bestätigte. Vor dieser Attacke war ich geplagt mit Ängsten, ob meine Arbeit auch gut sei und ob ich eh immer alles
richtig mache.

Ich habe mir gleich nach der Panikattacke einen Termin bei meiner Psychologin ausgemacht (bei der ich 1 ½ Jahre nicht war). Jetztkönnte man meinen, ich sei vorbelastet. Das stimmt, denn ich habe wegen meines Gewichts eine Therapie gemacht und nach einer Gewichtsreduktion von 40kg diese abgeschlossen. (Deshalb war die Gewichtszunahme auch ganz schlimm für mich) Es ist total interessant, denn meine Therapeutin meinte, ich soll mir die HS ziehen lassen. Sie kenne nämliche mehrere Frauen mit solchen Problemen und würde sie selbst nicht vertragen.

In der Ordination heute hat mir die Frau vom FA (sie ist Psychologin) gesagt, dass das nicht so ganz sein kann, da sie eben Psychologin ist und man schiebt gerne die Dinge auf andere Sachen.

Ich habe noch eine Beschwerde vergessen, nämlich dass ich wöchentlich Schmerzen im rechten Unterleib hatte du manchmal schlimme Krämpfe. Der FA meinte, dass es solche Nebenwirkungen bei der Mirena
nicht gibt.

Nach dem Entfernen meinte der Arzt: „So, 450 € in den Mist.“ Es ist ja mein finanzieller Schaden und wenn ich mich nicht wohl fühle mit dem Ding, dann muss es hinaus. Ich verstehe nicht, warum die Praxis so reagiert hat.

Selbst wenn alle Erfahrungsberichte doch nicht mit der Mirena zu tun hatten, es ihnen komischerweise aber nach dem Ziehen besser ging, dann muss man das akzeptieren und sie ohne blöden Kommentare entfernen. Aber ich denke nicht, dass sich so viele Betroffene irren und denke sehr wohl, dass es einen Zusammenhang geben muss.

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, März 2013

Zu der Übersicht aller Geschichte

Lesen Sie eine weitere Geschichte