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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Hormonspirale „Mirena“

1. E-Mail der Frau:

Bitte klären Sie noch stärker über Nebenwirkungen der Hormonspirale Mirena auf. Ich selbst betroffen bin knapp ein Jahr von Arzt zu Arzt gewandert und wurde nur runtergemacht. Geholfen habe ich mir selber, indem ich mir zum Schluss einen Arzt gesucht habe, der mir ohne Wenn und Aber die Spirale entfernt hat.
Vorher hatte ich Migräne, extreme Gewichtszunahme, Schwindel, Kreislaufprobleme, Bluthochdruck, Panikzustände… . Die Firma Schering äußerte sich übrigens erst nach wiederholten Anfragen und das auch nur sehr diffus. Ich wäre wirklich froh, anderen Frauen mit meiner Erfahrung zu helfen… . Eines weiß ich jetzt ganz genau, kein Arzt weiß, wie es mir geht, denn ich merke es am besten.
Vielen Dank!

2. E-Mail nach unserer Bitte um eine genaue Schilderung der Erfahrungen:

Hallo, ich habe die Spirale erst gestern am 6. Mai entfernt bekommen, kann aber jetzt schon sagen, dass es mir viel besser geht.
Ich habe die Mirena im Januar 2001 eingesetzt bekommen ohne jegliche Hinweise auf eventuelle Nebenwirkungen. Ab Februar 2001 fingen meine Probleme an. Zunächst litt ich nur an manchen Tagen an unerklärlichen Kopfschmerzen und dachte, es liegt vielleicht an einem Piercing, das an der Nase falsch angebracht wurde. Doch die Entfernung des Steines brachte gar nichts.
Also entschied ich mich, einen HNO-Arzt aufzusuchen: null Ergebnis. In der Zwischenzeit bemerkte ich eine rasante Gewichtszunahme und überlegte selber, ob das mit der Mirena zu tun haben könnte. Ich schrieb eine E-Mail an Mirena und bat um Hilfe. Man schrieb mir, dass das anfänglich normal sein könnte (Kopfschmerz und leichtes Zunehmen – 12 Kilo empfinde ich aber schon als sehr viel) und dass ich mir keine Sorgen zu machen bräuchte. Nach ein paar Monaten wurden die Schmerzen immer schlimmer, zwischenzeitlich musste ich sogar ins Krankenhaus, weil ich dachte, mein kopf platzt. Hinzu kamen dann im Lauf der Zeit Schwindel und panikartige Zustände, Kribbeln in den Händen, Angst und zu guter Letzt Bluthochdruck.
Frauenarzt Nr. 1 war der Meinung, dass ich mir das alles nur einbilde und ich zu viel fressen würde. Frauenarzt Nr. 2 war auch sehr skeptisch, setzte sich aber mit der Firma Schering in Verbindung und gab kleinlaut bekannt, dass ich die Spirale so schnell wie möglich entfernt bekommen müsste. Ich habe mir dann aber einen ganz anderen Arzt dafür ausgesucht.

Das hätte ich fast vergessen: Unter den zahlreichen Ärzten, die ich im Lauf der Zeit aufgesucht hatte, waren einige dabei, die mir Depressionen andichten wollten und mir irgendwelche Mittel geben wollten. Ich möchte gerne mal jemanden sehen, der jeden Tag leidet und trotzdem fröhlich ist.

Den – wie auch im Beipack angegebenen – Haarausfall, der anfänglich auftritt, hatte ich auch, aber der ist wirklich nach 2-4 Wochen wieder weg gewesen. Schering habe ich auch noch mal angeschrieben, aber die waren nur an meinem geschilderten Bluthochdruck interessiert und wollten zwecks Forschung, dass ich meinen Arzt von der Schweigepflicht entbinde, und sonst kam da auch nur Wischiwaschi rüber.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube schon, dass es viele Frauen gibt, die prima mit der Mirena zurechtkommen, aber es gibt bestimmt genauso viele, die arge Probleme haben und dann so was mitmachen wie ich. Deshalb war mein Anliegen, dass es wirklich besser ist, sich 100-mal vorher zu informieren und nicht erst so wie ich, wenn es zu spät ist. Ich bin sehr froh, dass Sie Verständnis haben und mir geschrieben haben.
Vielen Dank und vielleicht bis bald!

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, Mai 2002

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