Deutsch / English Summary
Text-only-Version
Schriftgröße + / -
Drucken

Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Bericht einer betroffenen Frau an das Frauengesundheitszentrum

1. Mail der betroffenen Frau (Jänner 2003)

Gut ein Jahr nach der Geburt meines zweiten Kindes liess ich mir auf Anraten diverser Freundinnen und einer befreundeten Gynäkologin die Mirena setzen. Das Setzen an sich war nicht angenehm, aber auch nicht unendlich schmerzhaft, etwa vergleichbar mit einer kurzen Wehe.

In den ersten wochen (ca. 11) hatte ich Schmierblutungen. Danach liessen diese Blutungen nach und meine Mens wurde zusehends schwächer. Jetzt, nach fast zwei Jahren, habe ich an einem Tag eine leichte Schmierblutung und sonst nichts.

Ich habe den Eindruck, dass der Mittelschmerz unter der Mirena schlimmer geworden ist. Zur Zeit meines Eisprungs kann ich fast nicht sitzen, weil ich das gefühl habe, dass der gesamte Beckenbereich nach unten drückt. Vor der Mirena und vor den Schwangerschaften habe ich meinen Eisprung auch gefühlt, aber nie so extrem. Schmerzen während der Mens oder der Zeit drumherum habe ich nicht.

Zum Glück haben sich bei mir auch noch keine Zysten oder Entzündungen gebildet, insofern bin ich mit der Mirena eigentlich sehr zufrieden. Was mir allerdings sehr zu schaffen macht, ist eine Gewichtszunahme von ca. sieben Kilogramm, die ich nicht auf meine Ernährung oder Lebensweise zurückführe. Auch habe ich, vor allem abends, arge Wassereinlagerungen in den Händen. Heute sprach ich mit meinem Apotheker über alternative Verhütungsmethoden und auch er war der Meinung, dass die Einlagerungen von der Mirena kommen.

Sobald ich mit meinem Mann abgesprochen habe, welche Alternative für uns in Frage kommt, werde ich die Mirena ziehen lassen. Leider hat sie sich in den zwei Jahren kostenmässig nicht amortisiert …

Am allerliebsten würde ich auf NFP in Verbindung mit einem Verhütungscomputer zurückgreifen.

2. Mail der betroffenen Frau (Jänner 2003)

Noch habe ich keinen Termin für die Entfernung der Mirena, aber ich werde sie gerne danach auf dem Laufenden halten, was sich an Veränderungen ergeben hat.

3. Mail der betroffenen Frau (März 2003)

Anfang Februar 2003 bekam ich einen kurzfristigen Termin zum „Ziehen“ der Mirena. Das Entfernen tat überhaupt nicht weh. Zwei Tage nach der Entfernung hatte ich eine periodenartige Blutung über mehrere Tage. Ich war mir aber sicher, dass dies keine Periode sein konnte, es war im Zyklus noch nicht so weit.

Genau zwei Wochen später bekam ich dann die regelrechte Periode. Ich hatte über eine Woche lang sehr starke Blutungen, mit Koagelbildung und recht starken Schmerzen. So stark hatte ich meine Periode noch nie gehabt und aus lauter Sorge rief ich abends noch meine Gynäkologin an. Dies sei alles noch im normalen Bereich, beruhigte sie mich. So? Ich hatte jedoch das Gefühl, als hätte sich in den zwei Jahren der nicht vorhandenen Blutung einiges angesammelt, was nun rauskam. Das ist medizinisch gesehen Blödsinn, aber es war mein Eindruck.

Die Blutung im zweiten Zyklus war zum Glück nicht mehr so stark, dafür hatte ich diesmal mit PMS zu kämpfen (geschwollene Brust etc.). Von einer amerikanischen Bekannten habe ich gehört, dass sie nach der Entfernung der Mirena eine genau so lange Anpassungszeit hatte, wie beim Legen (sie hatte über vier Monate nach dem Legen Schmierblutungen und hatte vier Monate nach der Entfernung den Eindruck, dass sich nun alles wieder eingependelt hatte).

Grundsätzlich bin ich weiterhin froh, dass ich die Mirena habe entfernen lassen. Die Verhütung mit Persona und der Temperaturmethode klappt wunderbar und es bereitet mir ein gutes Gefühl, dass ich mich mit meinem Körper auseinandersetzen muss und vor allem nicht immer „zur Verfügung“ stehe. Dies ist auch ein Gewinn für unsere Partnerschaft. Mit der Libido ist es WESENTLICH besser geworden, das kann ich nur betonen. Gewichtsabnahme hat sich leider noch nicht eingestellt, die Wassereinlagerungen sind auch noch nicht weg. Dem werde ich aber jetzt mit einer entwässernden Teekur entgegenzuwirken versuchen.

Frühjahr 2003

Zu der Übersicht aller Geschichte

Lesen Sie eine weitere Geschichte