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Erfahrungsbericht zum Verh√ľtungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Hallo,
ich möchte mit meiner negativen Erfahrung bzgl. der Hormonspirale Mirena zur weiteren Aufklärung Betroffener beitragen:

Ich habe mir die Hormonspirale ca. 4 Monate nach der Entbindung unseres 2. Kindes einsetzen lassen (Mai 2007). Der Tipp kam von einer Freundin, die die Spirale seit einem Jahr trug und zu dem Zeitpunkt noch sehr zufrieden damit war.

Ich fand den Gedanken sehr bequem und hatte mich auch nicht weiter mit den Nebenwirkungen vertraut gemacht (wohl gelesen, aber ok, alles hat so seine Nebenwirkungen…). Meine Frauen√§rztin riet mir auch gleich zur Spirale, weil¬īs einfach bequem ist und das Preis-Leistungs-Verh√§ltnis √ľber die 5 Jahre, die man die Spirale tragen kann, auch ok ist. Da wir uns sicher waren, dass wir erstmal keine weiteren Kinder m√∂chten, stand unsere Entscheidung schnell fest.

Das Einsetzen war ok, tat kaum weh, obwohl ich schmerzempflindlich bin. Danach hatte ich bis Mitte August 2007 Schmierblutungen, was mich wirklich sehr st√∂rte. Ich war kurz davor, sie wieder entfernen zu lassen (h√§tte ich es mal getan!). Als die Schmierblutungen dann aufh√∂rten, war ich erstmal sehr zufrieden mit der Spirale. Zwischenzeitlich hatte ich immer mal relativ starke Unterleibsschmerzen, sowie „wehenartige“ Schmerzen, welches meine Frauen√§rztin aber nicht wirklich ernst nahm.

Die Spirale sa√ü gut und daran k√∂nnte es dann auch nicht liegen. Genauso wie mein starker Haarausfall. Da ich ziemlich dicke und viele Haare habe, schaute mich meine FA nur an und meinte, dass es so schlimm ja nicht sein k√∂nnte, ich h√§tte ja noch genug Haare auf dem Kopf… Ok, die Unterleibsschmerzen entsprangen somit meiner Einbildung, denn ich war ja gesund und neige eben dazu, dass ich mich evtl. in „Kleinigkeiten“ reinsteigere aus Angst, ernsthaft krank zu sein.

Zwischenzeitlich hatte sich meine Freundin die Spirale ziehen lassen und klagte √ľber wochenlange extreme √úbelkeit, die sie sich nicht erkl√§ren konnte, da sie nicht schwanger war. Ihre Frauen√§rztin (welche auch meine ist) meinte, dass das mit der Entfernung der Spirale nichts zu tun haben k√∂nnte.

Im Sommer 2009 kamen dann die ersten nerv√∂sen Zust√§nde, die ich zun√§chst mit Hom√∂opathie ganz gut in den Griff bekam. Dass das eine weitere Nebenwirkung der Spirale war, wei√ü ich erst seit 4 Tagen. Ich hab¬īs damals auf den Alltagsstress geschoben.¬†Habe dann auch mit Yoga und autogenem Training angefangen … Im Winter wiederholte sich die Nervosit√§t, welche diesen Sommer dann bis zu Selbstmordgedanken f√ľhrte.

Die Gedanken hatte ich immer wieder versucht zu verdr√§ngen, was die Nervosit√§t aber immer mehr verst√§rkte, so dass ich wieder dran dachte … Der Beginn war so langsam und schleichend, dass ich einfach nicht auf die Idee kam, es k√∂nnte mit der Spirale zusammenh√§ngen. Ich hab alles weiterhin auf den „Alltagsstress“ geschoben und hatte tierische Angst davor, ernsthaft krank zu sein, eingeliefert werden zu m√ľssen, nicht da sein zu k√∂nnen f√ľr meine Kinder etc. Aus Angst dass eben genau das passiert, wenn ich mich jmdn. anvertraue, hab ich auch mit niemandem dr√ľber gesprochen.

Im Juli diesen Jahres (2010) sprach mich mein Mann (nichtsahnend) an, ob wir nicht noch ein 3. Kind haben m√∂chten. Und ich konnte mich gleich mit dem Gedanken anfreunden, ich war froh mich ablenken zu k√∂nnen, neue Pl√§ne zu schmieden und war mir sicher, dass dann alles wieder wie fr√ľher wird … Somit rief ich bei meiner Frauen√§rztin an, so dass ich einen Termin zum Entfernen der Spirale Ende August bekam. Das Entfernen war kein Problem, ich war positiv √ľberrascht. Die Nervosit√§t blieb allerdings und hinzu kam die √úbelkeit. Dies verst√§rkte sich von Tag zu Tag. In der Woche nach dem Entfernen der Spirale, blieb ich erstmal einen Tag krank zu Hause … An dem darauffolgendem Wochenende hatte ich dann eine Art Nervenzusammenbruch. Ich war nur noch nerv√∂s, mir war √ľbel, Appetitlosigkeit, hatte diese schlimmen Gedanken, konnte nachts nicht schlafen, hab geschwitzt… Irgendwann platzte es aus mir raus und mein (zum Gl√ľck sehr verst√§ndnisvoller) Mann hat sich das Ganze angeh√∂rt. Ich hab viel geweint und danach viel geschlafen und hoffte, dass es dann vorbei ist.

Montags morgens merkte ich gleich wieder, dass ich einfach nicht mehr konnte. Ich hab mich krank gemeldet und bin zu meiner Haus√§rztin gegangen. Mittlerweile kam der Verdacht bei meinem Mann und mir, dass evtl. das Entfernen der Spirale damit zu tun haben k√∂nnte. Meine Haus√§rztin konnte sich das, eineinhalb Wochen nach dem Entfernen, nicht vorstellen (evtl. die ersten Tage danach) versprach aber, meine Frauen√§rztin anzurufen, um zu erfragen, ob sie soetwas schon h√§ufiger hatte. Nat√ľrlich (und die Antwort konnte ich mir denken) verneinte sie dies! Meine Haus√§rztin meinte, ich sollte mir gegen√ľber ehrlich sein, ob ich wirklich noch ein Kind haben m√∂chte, oder ob ich sonst noch Probleme habe. Sie schrieb mich f√ľr eine Woche krank, wir vereinbarten, dass ich Ende der Woche wiederkomme. Ich wollte statt Tabletten es nochmal mit der Hom√∂opathie versuchen, au√üerdem f√ľhrte ich meinen Zustand ja wieder auf den „Alltagsstress“ zur√ľck und hoffte, mich innerhalb der Woche zu erholen. Zwischenzeitlich wurde es auch besser (stundenweise), es gab aber weiterhin „nerv√∂se Anf√§lle“, die meist in Tr√§nen und Ersch√∂pfung endeten. Ich bin so froh, dass mein Mann sich in der Woche frei nehmen konnte, so dass er die Kinder versorgen konnte und mir helfen …

Freitags hat mich meine Haus√§rztin dann noch f√ľr eine halbe Woche krank geschrieben, damit ich nicht gleich wieder mit der vollen Stressdosis beginnen muss. Ich dachte, dass ich mich √ľbers Wochenende komplett regeneriere. Leider blieb die Nervosit√§t, nicht mehr ganz so h√§ufig, aber wenn¬īs hochkam, konnte ich nur noch weinen. Ich hatte solche Angst, dass ich an einer Depression leide, die ich nur mit Antidepressiva oder schlimmstenfalls Klinikaufenthalt in den Griff bekomme. Montag bekam ich dann wieder einen „Anfall“ (mein Mann war aufgrund seines Schichtdienstes zum Gl√ľck zu Hause), danach musste ich mich erstmal hinlegen und schlafen. W√§hrenddessen setzte sich mein Mann an den PC und recherchierte bzgl. der Hormonspirale. Er war schockiert √ľber die vielen Negativberichte im Internet, auch wenn die meisten von der Zeit w√§hrend des Tragens der Hormonspirale kamen. Endlich wusste ich, was mit mir los war. Ich war so erleichtert, dass ich zun√§chst glaubte, alle meine Probleme w√§ren gel√∂st. Leider blieb die Nervosit√§t, mit der ich aber nun besser umgehen kann, da ich den Grund daf√ľr kenne ( auch dank des 43. Erfahrungsberichtes zur Mirena, wo der Patientin im Krankenhaus nach dem Entfernen der Spirale gesagt wurde, dass sie noch einige Tiefs durchmachen werde wie Angst und Panikattacken, weil sich der Hormonhaushalt erst stabilisieren m√ľsse). Heute, Donnerstag, war mein erster Arbeitstag. Leider fiel es mir schwerer, als ich dachte. Ich war gerade zu Hause, da brach es wieder aus mir heraus. Und obwohl ich wei√ü, dass ich jetzt einfach Geduld brauche und die Ursache kenne, ist es in den Stunden, in denen es mir schlecht geht, kein Trost. Ich hab dann immernoch unheimliche Angst …

Ich hoffe jetzt jeden Tag, dass es vorbei ist (morgen ist die Spirale 3 Wochen raus). Aber wahrscheinlich dauert es noch etwas länger, bis ich mich von dem Ganzen komplett erholt habe. Dank meines Mannes bin ich aber nun zuversichtlich, dass ich es auch schaffe.

Ich hoffe ich konnte mit diesem Bericht allen helfen, die auch nach dem Entfernen der Spirale Probleme hatten/haben.

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, September 2010

 

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