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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Sehr geehrte Damen und Herren,

Als langjährige Trägerin einer Mirena Hormonspirale (keine Kinder ) möchte ich meine Erfahrungen hier gerne weitergeben.

Vor 2 1/2 Jahren habe ich mir unter heftigsten Schmerzen die Mirena einsetzen lassen und habe sie heute endlich entfernen lassen.

Ich bin froh, dass ich hier ähnliche Erfahrungsberichte gefunden habe, die ich bestens nachvollziehen kann und mir wird nun einiges klar. Mein Befinden nach dem Einlegen in 2001 wurde von Woche zu Woche schlimmer. Ich hatte in regelmässigen Zyklen von 4-6 Wochen (und diese Zyklen wurde mir erst im nachhinein bewusst) heftigeste Depressionen, Angszustände, Kreislaufschwäche, Herzklopfen, Schweissausbrüche, Panikattacken, Migräne, mein Verlangen auf Sex ist in der Zeit am Nullpunkt angelangt, ständig verstopfte Nase, es bildeten sich Ganglions (eine Art Überbein) usw. usf.

2 1/2 Jahre ging ich auf die Suche der Ursache dieser mir unerklärbaren Zustände, die mein Leben massiv veränderten. Ich konnte diesen Zustand noch nicht einmal richtig erklären- nur ich fühlte ..ICH WAR NICHT MEHR ICH SELBST. Ich war bis zum Zeitpunkt der Einlage ein optimistischer, froher, lebenslustiger kerngesunder Mensch. Und dann das.
Ich hatte plötzlich Ängste und wusste nicht wovor. Ich war depressiv und mein Leben war toll ! Nichts war in meinem Leben passiert, das derartige Folgen haben könnte !!!
In warmen Räumen fange ich an zu frieren und zu schwitzen gleichzeitig. Mein Kreislauf rutsche seitdem regelmässig in den Keller und ich fing an zu zittern. Ich hatte Schmerzen beim Sex. Die Lust darauf verflüchtigte sich zwangsläufig.
Mein Leben war nicht mehr das wie zuvor. Ich bekam aufgrund der Ängste auch noch Selbstzweifel weil ich mir das alles nicht erklären konnte.
Meine frauenärztin sagte auch nur, dass ich mir das einbilde und das sie das noch nicht erlebt hätte.
Aber ich konnte mir das doch nicht alles einbilden? Zumal ich anfangs nicht davon ausging dass es von der Mirena kommen könnte, es nur ein Phase in meinem Leben wäre die wieder vorbei geht.

Ich habe alles versucht damit irgendwie umzugehen, aber letzendlich habe ich mich dazu entschlossen die Mirena wieder entfernen zu lassen.
Heute hatte ich den Termin und nun ist sie endlich draussen. Ich fühle mich schon jetzt sehr befreit. Das ziehen der Spirale war fast schmerzfrei und nicht zu vergleichen mit dem Einlegen.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das Ausbleiben der Periode (und ich hatte sie überhaupt nicht mehr in diesen Jahren) keine Hormonellen und psychichen Konsequenzen hat. Wie ich auch lesen musste, hat eine Ärztin gesagt, dass dieses Ausbleiben der Periode quasi wie ein Einläuten der Wechseljahre wäre.
Die zustände die man in den Wechseljahren haben kann, sind ja identisch mit meinen Symtomen. Also wäre es für mich eine einleuchtende Sache. Jetzt schaue ich mal wie es mir nun in den nächsten Wochen ergehen wird.

Für Erfahrungsaustäusche können sie sich gern an mich wenden oder meine emailadresse userin@netcologne.de weitergeben.

Zudem würde ich mir wünschen wenn solche Nebenwirkungen in den Praxen nicht totgeschwiegen würden. Sie können!…müssen aber nicht auftreten. Ich denke das Schering da einfach nur UMSATZ machen will…und das finde ich sehr, sehr traurig.

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, Jänner 2004

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