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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Im Januar 2004 habe ich mir die Mirena Spirale einsetzen lassen. Meine Frauenärztin hat sie mir so sehr empfohlen, dass ich der Meinung war, es ist ein super gutes Verhütungsmittel. Die Hormonausschüttung schien mir extrem gering, sodass ich zustimmte.
Ich bekam vorher ein Vaginalzäpfchen auf das ich schon mit Schüttelfrost und Beklemmungsgefühlen reagierte.
Nach dem Einsetzen, was unproblematisch war, begann ein Leidensweg, den ich nie wieder erleben möchte.
Zu den Nebenwirkungen wie Hautproblemen (die ich gut durchgestanden hätte) kamen immer mehr Migräneanfälle (die vorher bereits bekannt waren). Das Schlimmste jedoch war, dass ich eine Depression rutschte. Nachts Herzrasen, am Morgen nicht mehr fähig meine Kinder zu versorgen, nur am Heulen und das Leben erschien mir nur schlecht. Freunde erkannten mich nicht mehr wieder. Ich war psychisch ein Wrack. Meine Frauenärztin war der Meinung, dass ich mir das einbilde und auf Grund meines Status: Alleinerziehend, zu viel Probleme hätte.

Ich kannte mich jedoch besser und wußte genau das ich nicht mehr ich selber war. Meine Krankenkasse hat mir dann geholfen und mir einen Frauenarzt, als Berater zur Seite gestellt. Er war sofort der Meinung das die Spirale sofort wieder raus muss. Da ich mich grundsätzlich nicht gegen Probleme sperre, kontaktierte ich noch einen Psychologen. Er ging konform mit dem Frauenarzt und ich ließ mir die Spirale einen Monat später wieder ziehen.
Vorher sprach ich noch unzählige Male mit der Hotline der Fa. Schering .Leider keine große Hilfe.

Ich bestand auf einen Hormonspiegel, mit Sitz der Spirale und auf einen Test nach Entfernung. Leider wurde das Blutröhrchen im Labor weggeschmissen. Mir war ja klar das man dieses Hormon nicht im Blut feststellen kann, aber es hätten sich vielleicht Veränderungen gezeigt.
Die Spirale wurde eingeschickt und ich bekam den Anruf das sie in Ordnung gewesen sei. Ich glaube daran nicht. Nach der Entfernung der Spirale bekam ich die selben Symptome wie nach meinen Schwangerschaften. Ich habe lauter kleine offene Stellen auf der Kopfhaut. Die Ärzte bestätigen, dass es nur von einem extremen Hormonabfall kommen kann. Ich habe mich noch versucht mit der Firma auseinanderzusetzen. Ich wollte Ihnen ja keine bösen Absichten mit dem Produkt unterstellen, aber zumindest erreichen das die Nebenwirkungen deutlich tragischer aussehen können, als beschrieben. Ausserdem sind die Frauenärzte viel zu wenig aufgeklärt. Ich bin mittlerweile so froh, das ich die 300 Euro in die Mülltonne geschmissen habe und es mir wieder gut geht.

Ich habe unter der Spirale ein total wichtiges Bewerbungsgespräch vergeigt, da ich in Tränen ausgebrochen bin. Klar für viele Frauen vielleicht das Verhütungsmittel schlecht hin, aber für einige Frauen auch der Horror.
Zum Glück ging mein Weg nur ein paar Wochen, aber wenn ich mich im Netz umschaue, gibt es irre lange Leidenswege mit der Spirale.
Ich war noch nie in meinem Leben Selbstmordgefährdet, da ich eine unheimlich positive Lebenseinstellung habe, aber unter der Spirale war ich es.

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, Mai 2004

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