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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Sehr geehrte Redaktion,

Ich habe mir auf Anraten meines Arztes vor ca 3 Jahren die Hormonspirale Mirena einsetzen lassen. Die Vorteile wurden damals so hoch gepriesen, daß mich auch der hohe Kostenfaktor nicht mehr abgeschreckt hat. Ich wollte einfach die Pille nicht mehr nehmen, weil mir die Gefahr einer Trombose- ich habe damals noch geraucht- zu hoch war. Damals also im August 2001 began für mich wie für so viele Frauen ein unbeschreiblicher Leidensweg, der nun hoffentlich ein Ende haben soll.

Direkt nach dem Einsetzen der Spirale, was sehr große Schmerzen verursachte, bin ich mit meinem kleinen Sohn ( damals 2,5 Jahre alt) mit dem Auto nach Hause gefahren, und habe auf dem Rückweg während der Fahrt einen Kreislaufkollaps erlitten, bei dem aber -Gott sei Dank- kein weiterer Schaden enstanden ist. Man brachte mich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus, überprüfte den Sitz der Spirale und schickte mich nach Hause.

Nach ein paar Tagen ließen die Schmerzen nach und ich war überzeugt, das es eine von meinem Hausarzt diagnostizierte Stressreaktion war. Scheinbar war alles gut. Meine depressiven Verstimmungen schob ich auf meine Lebensumstände und den Stress. Die Migräneanfälle , ständigen Rückenverspannungen sollten ebenfalls psychosomatisch sein. Ich hatte ca 1,5 Jahre nach dem Einsetzen der Spirale das Gefühl mit meinem Körper stimmt doch irgentetwas nicht. Ich war depessiv, antriebslos, ständig schlapp und müde, weinerlich und zu nichts in der Lage. Ich hatte den Spaß an vielen Sachen verloren.

Mein Gewicht stieg von Monat zu Monat an, obwohl ich kaum etwas gegessen habe und mich viel bewegt habe. In meinem Gesicht begannen die Pickel zu sprießen, und meine Verdauung ging gegen Null. Ich war der festen Überzeugung, das etwas mit meiner Schilddrüse nicht in Ordnung war. Mein Arzt sagte mir immer wieder: Es tut mir leid, aber die Werte sind völlig in Ordnung. Auch die Zysten, die sich ständig gebildet haben, sollten mit der Spirale nichts zu tun haben.

Bei meinem Hautarzt wurde vor 1 Jahr der 1. Hormontest gemacht, und es wurde festgestellt, daß die Testosteronwerte zu hoch waren. Als ich meinen Hausarzt daraufhin anspach, versicherte er mir, das das nichts mit meinen Beschwerden zu tun hätte.

Zu guter Letzt habe ich mich in psychiatrische Hände begeben. Mein Hautarzt hat noch einmal einen Test gemacht und mir dringend empfohlen, die Spirale herausnehmen zu lassen. Jetzt habe ich die vielen Berichte der Frauen gelesen, und mir ging beim Lesen dieser Berichte ein Licht nach dem anderen auf! Heute habe ich einen Termin zum Entfernen der Spirale. Ich glaube fest daran, daß es mir danach besser geht. Ich möchte mich mit diesem Bericht bei Ihnen für die Veröffentlichung der vielen Berichte bedanken und auch anderen Frauen damit helfen, ihre Beschwerden vielleicht der Spirale zuordnen zu können. Diese Nebenwirkungen werden immer noch von vielen Frauenärzten abgestritten. Das muß sich ändern, damit nicht noch mehr Frauen einen langen Leidensweg gehen müssen, und alle Ärzte auf Psychosomatik tippen, weil sie nichts finden können. Ich werde jedenfalls allen Ärzten meine Geschichte erzählen, damit sie in Zukunft schneller reagieren können.

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, August 2004

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