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Erfahrungsbericht zum Verhütungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Hallo!

Ich habe bereits vor längerer Zeit mit großer Neugierde alle veröffentlichten Erfahrungsberichte zum Thema „Mirena“ gelesen, und bin dabei auf vieles gestoßen, dass mir meine Vermutungen bestätigte.

Ich bin 27 Jahre alt, habe einen zwei jährigen sehr lieben Sohn und bin sehr glücklich verheiratet.

Mit meiner Geschichte möchte ich mich bei den Frauen bedanken, die vor mir geschrieben haben und ich möchte auch etwas zur Aufklärung beitragen.

 

Ich ließ mir nach der Geburt meines Sohnes im November 2004 die Hormonspirale setzen, da mir die Gynäkologin dazu riet, laut ihr gäbe es auch keinerlei Nebenwirkungen, und man spart sich das Geld für Tampons (auch wenn das für mich eigentlich nicht relevant war, aber ihr gefiel der Gedanke, denn sie hob ihn immer wieder hervor)

 

Ich habe ihr naiv vertraut und mich nicht selbst erkundigt, wie sehr die Spirale in den Organismus eingreift bzw eingreifen kann.

Die Einlage ging glatt, meine Periode blieb aus, dafür kamen andere Dinge:

 

Die ersten Auffälligkeiten gab es bei meinem Mann, da er nach dem Geschlechtsverkehr kleine Verletzungen am Penis hatte. Die Gynäkologin versicherte mir nach erneuter Kontrolle, dass es unmöglich sei, dass die Verletzungen mit der Spirale in Zusammenhang stünden.

Geglaubt hatte ich ihr das aber nicht. Woher denn sonst? Ich hatte sonst keinerlei andere Fremdkörper dort, die Verletzungen hätten hervorrufen können.

 

In den weiteren Monaten kamen dann Beschwerden hinzu:

Heine Haut wurde total trocken, ich musste mich ständig eincremen um das Spannungsgefühl zu vermindern, auch starker Juckreiz trat auf immer öfter bekam ich Migräne, zuletzt hatte ich einen Monat lang jeden Tag und jede Nacht Kopfschmerzen, zeitweise traten Sehstörungen auf, in meinen Armen und Beinen kribbelte es eigenartig, mein Kreislauf war schlecht, mein Temperaturgefühl war völlig hinüber, mal heiß mal kalt und das innerhalb weniger Minuten und im selben Raum, ich schwitzte stark tags wie nachts, ich litt unter starker Übelkeit, ständig war ich müde, antriebslos und teilweise depressiv, ich heulte wegen jeder Kleinigkeit und wirklich belastbar war ich nicht.

 

Auch trat eine vaginale Pilzinfektion auf, die sich trotz Tabletten, Cortison und sonstigem Zeugs sehr hartnäckig über 6 Monate hielt Die Lustlosigkeit blieb auch nicht lange unbemerkt sowie das Problem der vainalen Trockenheit.

 

All diese Dinge traten nach und nach auf. Ich hatte den Verdacht, dass es an der Spirale liegen könnte, da ich vor der Einlage keine der oben angeführten Probleme jemals hatte. Doch Gewissheit gaben mir die Berichte ihrer Seite.

Ich habe vor fünf Wochen die Spirale ziehen lassen.

Der Arzt hat mich zwar für verrückt erklärt und meinte, die sexuelle Unlust käme durch das Kind, da sich eben mit Kind alles ändert, Streß,.. oder das Problem läge an meiner Psyche, da würde was nicht ganz richtig laufen (!!). Wegen der Depressionen wollte er mir Hormontabletten verschreiben. Er erklärte mir, dass es absoluter Blödsinn sei, dass die Hormonspirale den Körper in den Wechsel versetzt und alle von mir beschriebenen Symptome würden nur zur Pille passen.

Weiters sprach er mir ab, fähig zu sein, eine fachlich fundierte Interneseite wie ihre zu erkennen. O-Ton:“jeder Trottel kann im Internet etwas schreiben auch wenn es so ein Blödsinn ist wie die Nebenwirkungen der Mirena“ weiters :“ Sie sind ja gar nicht fähig eine medizinische Seite von einer anderen zu unterscheiden!“

Er fasselte noch länger herum, versuchte mich davon zu überzeugen, das ich mir das wohl einbildete, nichts desto trotz wollte ich es gezogen haben.

Ging ganz schnell dann war sie draußen, eine leichte 2 tägige Blutung sollte folgen, der Arzt meinte, dass wir uns bestimmt wieder sehen würden, weil ich ja Hormontabletten wegen der Depression benötigen würde.

Ich habe mich geweigert gleich welche mitzunehmen und der Arzt wird mich bestimmt nie mehr wieder sehen!

Heute geht es mir besser, die Lust ist wieder da (Juhu), die vaginale Trockenheit gehört der Vergangenheit an,(Gott sei Dank) die Kopfschmerzen sind weg, ich bin keine Heulsuse mehr, meine Haut ist noch trocken aber es wird langsam besser auch mein Temperatur empfinden ist wieder normal kurz gesagt, ich bin wieder die alte, so wie vor der Einlage

Die erste Periode nach dem Entfernen verlief ganz schmerzfrei, nur etwas stärker als sonst.

Hätte ich vorher gewußt, was dieses Ding alles auslösen kann, dann hätte ich sie mir vielleicht nicht setzen lassen, bzw hätte ich sie eher wieder entfernen lassen.

Was ich daraus gelernt habe? Auf meinen Körper zu hören und nicht mehr Blindlings auf Ärzte zu vertrauen.

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, September 2006

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