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Erfahrungsbericht zum Verh├╝tungsmittel Implanon

Hallo,

Habe eben viele der bereits auf ihrer Homepage verf├╝gbaren Erfahrungsberichte gelesen, und w├╝rde mich freuen, wenn sie auch mein email ver├Âffentlichen w├╝rden:

ich war 18 als ich mir von meiner frauen├Ąrztin im august 2005 implanon einsetzen lie├č. ich wollte damals einfach eine andere verh├╝tungsmethode ausprobieren, weil┬á ich vom evra-pflaster mit den (wenigen!) unanehmlichkeiten schon genervt war.

jedenfalls hat mir die idee sehr gut gefallen: 3 jahre lang ruhe und sicherheit, ich und mein freund waren (und sind auch noch) schon lange genug zusammen, um zu wissen, dass sich das „auszahlen“ w├╝rde, denn kind wollte und will ich noch keines.

die ├Ąrztin hat mich zwar aufgekl├Ąrt, dass es bei ca. 1/3 der frauen zu „zwischenblutungen“ kommen k├Ânnte, aber dass daf├╝r 1/3 gar keine blutung mehr h├Ątte und 1/3 gleich bliebe.

da mein k├Ârper ansonsten immer sehr robust ist, ging ich davon aus, nicht zum ersten drittel zu geh├Âren, sondern hoffte eher noch auf ein vollst├Ąndiges ausbleiben der regel.

doch genau das gegenteil war der fall: ich hatte ST├äNDIG die regel!-ich habe recht fr├╝h aufgeh├Ârt, meine tage mitzuschreiben, weil es echt keinen sinn gemacht h├Ątte. im letzten dreiviertel jahr kann ich mich nicht einmal erinnern, je einen tag ohne regelblutungen verbracht zu haben. manchmal war es mehr, manchmal weniger, aber oft war es dann doch so viel, dass ein kleines tampon n├Âtig war. dann hinundwieder aber auch nicht, dann reichte eine d├╝nne slipeinlage- nur woher soll frau das vorher wissen?- sie k├Ânnen sich vorstellen, was ich f├╝r probleme mit meiner w├Ąsche hatte!

das gef├╝hl, st├Ąndig „schmutzig“ zu sein, verst├Ąrkte somit die schon von anderen frauen genannten gem├╝tszust├Ąnde: mir ging es echt schlecht, ich war antriebslos, faul, deprimiert; gleichzeitig aber extrem unberechenbar und zuckte schnell aus oder war sehr schnell sehr traurig oder beleidigt usw.
es war zeitweise echt nicht mehr im „normalen bereich“ einzuordnen.
grunds├Ątzlich f├╝hlte ich mich einfach schwerf├Ąllig und h├Ąsslich.

das hat sich (neben einer sexuellen null-phase) auch schlecht auf die beziehung ausgewirkt.

[was auch ziemlich nervig war, war dass es jedesmal, wenn mich jemand an meinem linken oberarm (also am implantat) ber├╝hrte, oder ich mich irgendwo anstie├č, das ziemlich schmerzte.]

ich spielte dann fast ein jahr lang mit dem gedanken, das ding wieder rauszunehmen, ging zur frauen├Ąrztin. sie meinte: naja, das wird sich noch einrenken, ich solle meinen zyklus genau mitschreiben. nach einem zweiten besuch verschrieb sie mir die mini-pille, ich solle sie noch dazu nehmen. das tat ich nat├╝rlich nicht, das war mir wirklich zu bl├Âd (doppelte hormone?!)

dann lamentierte ich noch monatelang herum (weil es ja so teuer war) und lie├č es mir jetzt anfang mai rausnehmen.

ich habe sofort gemerkt, wie es mir besser ging: pl├Âtzlich klappte auch das abnehmen brutalst schnell! – an dieser stelle komme ich n├Ąmlich zu nebenwirkungen, die mir erst jetzt, da ich es bei anderen frauen gelesen habe, bewusst werden:

ich nahm beinahe 6 kilo zu, doch dachte ich mir nichts dabei, weil ich immer schon dicker war.
und ich hatte starken haarausfall, was ich auch ignorierte, ich dachte einfach, ich w├╝rde mich zuviel am kopf kratzen (was nicht stimmte, denn jetzt sind die haare in der b├╝rste wieder im normalbereich!)

gottseidank hatte ich aber beim herausnehmen des implantats keine probleme: meine ├Ąrztin war beinahe ├╝bernett, ich bekam sofort einen termin, obwohl ich erst in einem halben jahr damit gerechnet hatte, einen zu bekommen.
(ich habe das gef├╝hl, dass sie erst jetzt wei├č, wie schlecht das ist und das aber einsieht und sich daher schuldig f├╝hlt).
gefunden hat sie es auch sofort, und die sache war, bis auf ein bisschen herauskratzen wegen des bindegewebes, auch schnell erledigt.

derzeit verh├╝te ich blo├č mit kondomen und genie├če es, dass mein k├Ârper wieder einmal v├Âllig normal ist.

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, Juni 2007

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