Deutsch / English Summary
Text-only-Version
Schriftgröße + / -
Drucken

Erfahrungsbericht zum Verh√ľtungsmittel Hormonspirale „Mirena“

Hallo Team,

nach dem Durchlesen der bisherigen Erfahrungsberichte m√∂chte ich auch gern meinen zur Verf√ľgung stellen. Ich bin ersch√ľttert, traurig, w√ľtend √ľber das, was ich gelesen habe und wie mit mir von Seiten meiner Frauen√§rzte umgegangen worden ist. Es ist SO schade, dass diese ganzen Berichte nicht vorher irgendwo zu finden gewesen sind, aber vielleicht hatte ich auch nur nicht danach gesucht.

Ich bin 43 Jahre alt und habe 2 Kinder 16 und 18 Jahre alt. Da ich Raucherin bin und die Pille nicht mehr nehmen wollte, ausserdem immer eine starke Monatsblutung hatte mit unangenehmen Nebenwirkungen die immer 1 Woche dauerten, habe ich nach einer Alternative gesucht. Eine Freundin hatte bereits die Mirena und war damit sehr zufrieden, also fragte ich beim Frauenarzt nach und die Mirena wurde mir enthusiastisch empfohlen, mit dem Hinweis, dass dann alle meine Beschwerden verschwinden w√ľrden. Ich habe bei dem Preis ein bisschen geschluckt, aber auf die 5 Jahre rechnet sich das, also habe ich mir die Mirena im Juli 2003 setzen lassen. Noch als Anmerkung vorneweg: Ich hatte bis dahin NIE Depressionen oder √§hnliche Leiden, war sehr stressunempfindlich, sehr belastbar und zwar nicht ausgeglichen, aber vom Gem√ľtszustand her normal schwankend, eher ein sogenanntes sonniges Gem√ľt.

Mein Leidensweg bis heute:

Juli 2003:

  • wehen√§hnliche Schmerzen Dauer 1 Woche nach Setzen
  • sofortiges Einsetzen von Schmierblutungen, diese dauerten ununterbrochen ca. ein 3/4 Jahr an
  • zunehmende Gereiztheit, 1 Woche nach Setzen der Mirena aus einem geringen Anlass ein Nervenzusammenbruch, den ich auf √úberlastung und Hitze schob

August 2003:

  • Einsetzen von starken Depressionen, die sich im Laufe des Monats soweit entwickelten, dass sich mein Hausarzt zu einer Zwangseinweisung in eine psychatrische Klinik entschloss, die jedoch nicht stattfand, da ich mich sofort in Behandlung eines ambulanten Therapeuten begab und Antidepressiva und Schlaftabletten einnahm. Diese Depressionen √§usserten sich mit Schlaflosigkeit, starkem Schwitzen, starker Gewichtsabnahme, Versagen des Sprechens, Zitteranf√§lle, Nervenzusammenbr√ľchen und 8 Wochen anhaltenden Weinkr√§mpfen. Ich war nicht mehr arbeitsf√§hig, da ich mich nicht mehr konzentrieren konnte, einfache Abl√§ufe im Haushalt konnte ich nicht mehr erbringen, selbst Kochen stellte mich vor eine Herausforderung, die ich nicht bew√§ltigen konnte.
    Durch einen Hinweis meiner Therapeutin im Oktober 2003 fragte ich beim Frauenarzt nach, der mir jedoch versicherte, es ist alles in Ordnung, die Hormongabe in der Geb√§rmutter w√§re so gering, dass das unm√∂glich Auswirkungen auf den Gesamtzustand haben k√∂nnte. Allerdings √ľberlegte die Frauen√§rztin kurz, dass ihr von einer anderen Patientin √§hnliches berichtet worden ist, die auch die Hormonspirale nahm, verwarf dann aber doch den Zusammenhang und riet mir stattdessen, eine psychosomatische Kur zu machen.
    Nach dieser Auskunft war ich der Meinung, dass mein Zustand auf √úberarbeitung, Stress, die starke Sommerhitze und eine zu Ende gegangene Beziehung und vielleicht mein Alter und Probleme mit dem √Ąlterwerden (die ich nie hatte bis dahin) zur√ľckzuf√ľhren w√§re.

März 2004:

  • Ende der st√§ndigen Schmierblutungen
  • Einsetzen von wochenlang andauernden Menstruationsbeschwerden, wie ich sie fr√ľher 1 Woche vor meiner Regel hatte. Dieses lief so ab, dass ich st√§ndige Brustschmerzen f√ľhlte, gereizt war, schlapp und m√ľde war, h√§ufig unter (mir g√§nzlich neuen) R√ľckenschmerzen litt. Heute kann ich sagen, das war ein Zustand, wie w√§hrend der Schwangerschaften, aber schwanger war ich zu keinem Zeitpunkt. Ich hatte jeweils 4 Wochen lang diese Menstruationsbeschwerden, bekam dann nach 2,5 Wochen eine leichte Schmierblutung, die dann wieder aufh√∂rte und nach einer weiteren Woche etwas st√§rker wieder einsetzte. Nach 4 Wochen ging das Ganze von vorne los, ich hatte also in den letzten 14 Monaten nicht eine Woche ein normales K√∂rpergef√ľhl. Eigentlich eine Dauerschwangerschaft, ohne -wie gesagt- schwanger zu sein.

Mai 2004:

  • Beginn einer starken Gewichtszunahme ohne ersichlichen Grund, ich habe bis heute (Mai 2005) 12 Kilo zugenommen, ohne aber meine Ern√§hrungsgewohnheiten ver√§ndert zu haben, im Gegenteil, ich habe bei Beginnen der Gewichtszunahme angefangen, noch bewusster zu essen und zu trinken.

 

Januar 2005:

  • erste √úberlegungen, dass evtl. doch die Spirale f√ľr manches in den letzten Monaten die Ursache sein k√∂nnte

Mai 2005:

  • Entfernung der Mirena durch den Frauenarzt, wobei mir hier wieder einmal versichert worden ist, dass unm√∂glich die Mirena an meinem Zustand irgendwie beteiligt sein k√∂nnte. Ich kam mir vor, wie der Oberdepp, der Frauenarzt hat mich als √ľberspannt, hyperempfindlich, selbst Schuld an meiner Gewichtszunahme und irgendwie komplett als Spinnerin hingestellt (Anm: Ich trenne mich von dieser Praxis).
  • nach dem Entfernen einsetzen von starken Blutungen, die endlich wenigstens wieder wie eine normale Regelblutung aussehen und nicht dieser Schmierkram, auch bekam ich Bauchschmerzen, die mich an die Nachwehen nach der 1. Schwangerschaft erinnerten.
  • sofortiger Verlust von 1,5 Kilo Gewicht

Nun muss ich sehen, was passiert. Manche andere kleinere Sachen, die ich nicht weiter beachtete, hatte ich ebenfalls, wie z. B. das plötzliche und ständige Tränen des linken Auges, während der Schmierblutungen starken Juckreiz an den Schamlippen bis hin zum Darmausgang.

Ich hoffe so sehr, dass mein K√∂rper sich wieder normalisiert. Diese paar Tage Unannehmlichkeiten vor der Regelblutung, so wie es fr√ľher war und dann 3 Tage starke Blutungen kommen mir gegen das, was ich in den letzten 22 Monaten erlebt habe, wie das Paradies vor.

Bericht einer Frau an das Frauengesundheitszentrum, Mai 2005

 

Zu der √úbersicht aller Geschichte

Lesen Sie eine weitere Geschichte